Taijiquan

Beim Taijiquan handelt es sich um eine traditionelle chinesische Bewegungskunst. Sie wurde ursprünglich als Kampfkunst entwickelt. Heute wird Taijiquan meist als Meditation in Bewegung sowie als Übung zur Wiederherstellung oder Erhaltung der Gesundheit genutzt.

Grundlagen

Für das Taijiquan sind die Standpfahlübungen ein sehr gutes Mittel um die Körperhaltung so einzurichten, dass die Gelenke geöffnet und die Organe gelöst sind, damit das Qi frei im Körper fließen kann. Das Prinzip dieser Übung sollte dann mit in die Bewegungen einfließen, so dass die Form zur „Stehenden Säule in Bewegung“ wird1.

Dabei ist Zhan Zhuang gleichzeitig eine Methode der Meditation und eine Übung der Kondition sowie der Haltung. Es wird eine bestimmt Haltung eingenommen, die dann für mehrere Minuten bis Stunden beibehalten wird. Dabei steigert man allmählich, den eigenen Möglichkeiten entsprechend, die Übungsdauer von anfangs 5 Minuten auf 20 Minuten und mehr. Dabei wird die Stellung nicht verändert, die Haltung ständig überprüft und in den Bauch geatmet. Die Konzentration sollte dabei auf dem unteren Dantian liegen und die Augen geöffnet sein2. Das Ziel dieser Übung ist es mental, physisch und energetisch einsgerichtet zu sein, bzw. den Wuji-Zustand zu erreichen3.

1 Milbrat 2007, 1.          | 2 Lind 1998, 206.          | 3 Silberstorff 2010, 115.         | Abb. 1 Haltung der Wirbelsäule, links: Seitenansicht mit natürlicher Krümmung, rechts: aufgerichtete Wirbelsäule mit gekippten Becken.

aufgerichtete Wirbelsäule beim Taijiquan

Formen und Partnerarbeit

Das Üben der Formen dazu dient den eigenen Körper auszurichten, die Bewegungen aus dem Zentrum heraus zu entwickeln und dabei entspannt zu bleiben. Die Partnerroutinen schulen die Fähigkeit Ausrichtung, Zentrierung und Entspannung auch in Kontakt mit einem Gegenüber nicht zu verlieren. Bei den Partnerübungen im Taijiquan geht es darum miteinander zu üben und nicht darum gegeneinander zu kämpfen. Denn die Aufgabe besteht darin, das eigene Zentrum mit dem des Partners zu verbinden, um Aktionen und Reaktionen des Gegenübers zu erspüren.

Taijiquan im Alltag

Die Gelassenheit im Alltag, von der im Zusammenhang mit Taijiquan oft gesprochen wird, zu erreichen ist ein Prozess. Dazu müssen sich das Üben der Formen und das Üben der Partnerroutinen ergänzen. Durch das Üben der Formen lernt man mit sich selbst und mit seinen Fehlern gelassener umzugehen. Die Partnerarbeit ermöglicht es auch im Kontakt mit anderen mit den eigenen und den Fehlern der anderen gelassen zu bleiben.